Marktanalyse vom 23.06.2020: Fünf aussichtsreiche Aktien für die Post-Corona-Zeit

Du findest diesen Beitrag hilfreich? Dann teile ihn mit deinen Freunden!

In meinem letzten Artikel war ich auf das Desaster rundum die Wirecard-Aktie eingegangen. Nun ist es an der Börse so, dass man Verluste schnell abhaken und seinen Fokus nicht verlieren sollte. Gleichzeitig lese ich Kommentare von Anlegern, die auf der Suche nach aussichtsreichen Aktien sind, um ihre Verluste auszugleichen.

Im Folgenden habe ich fünf Aktien ausgesucht (eigentlich sind es sechs, aber die Zwillingsbrüder Mastercard und Visa zähle ich mal als eine einzige Aktie), die meines Erachtens Weltmarktführer auf ihren Gebieten sind und ihre Corona-Verluste noch nicht aufgeholt haben. Insofern handelt es sich um aussichtsreiche Kandidaten, sowohl für Trader als auch für Langfristanleger.

Die folgende Abbildung veranschaulicht den Abstand der Aktien zu ihrem Pre-Corona-Hoch, welcher demnächst erreicht und übertroffen werden könnte, sofern die Börse ihren bullischen Trend fortsetzen sollte:

1. Salesforce

Salesforce ist globaler Weltmarktführer für cloud-basierte CRM-Softwarelösungen. CRM steht für Customer Relationship Management (deutsch: Kundenbeziehungsmanagement).

Salesforce zählt prominente Unternehmen zu seinen Kunden, wie z. B. Adidas, Amazon und Booking.com. Auf der letzten CEBIT-Messe in Hannover hatte ich die Möglichkeit einen Einblick in die CRM-Plattform von Salesforce zu bekommen, wo Salesforce gleich eine ganze Halle für sich alleine mietete, was definitiv Eindruck auf die Besucher machte.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass Salesforce aktuell Siemens  anhand von neuen Produktlösungen unterstützen wird, die Mitarbeiter für die Post-Corona-Zeit sicher in die Büros zurückzuführen.

Salesforce ist im letzten Quartal mit einem Umsatz von knapp $5 Mrd. um mehr als 30% gewachsen. Im Gegensatz zu vielen Technologieunternehmen weist Salesforce stetig wachsende Gewinne und Free Cashflows auf.

Im Folgenden ist der Chart von Salesforce abgebildet, wo der Ausbruch aus dem Abwärtstrend und der potenziell bevorstehende charttechnische Ausbruch auf ein neues Allzeithoch ersichtlich wird.

2. Visa/Mastercard

Die Zwillingsbrüder Visa und Mastercard sind ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten für weitere Kursgewinne. Zum einen besetzen sie global führende Positionen als Kreditkartenanbieter. Visa ist in diesem Segment der weltweit größte Player. Zum anderen profitieren insbesondere diese beiden Unternehmen vom Trend zum bargeldlosen Bezahlen (gemeinsam mit z. B. Paypal; siehe hierzu auch meinen Paypal-Artikel vom 18. April 2019).

Die Aktien wurden im Zuge von Corona aufgrund des eingebrochenen internationalen Flugbetriebs mehr oder weniger gebeutelt, da sie einen wichtigen Umsatzanteil aus diesem Segment beziehen, welcher sich allerdings mit Auflockerung der Corona-Beschränkungen bzw. durch das allgemeine Wachstum im bargeldlosen Bezahlen zügig erholen könnte.

Beide Unternehmen weisen ein Umsatz und Gewinnwachstum im hohen ein- bis zweistelligen Bereich auf und zählen seit Jahren zu den Outperformern unter den Einzelaktien (siehe folgenden Performance-Vergleich mit dem S&P 500).

In beiden Fällen sieht die charttechnische Situation ebenfalls vielversprechend aus. Beide Aktien befinden sich unmittelbar in einem charttechnischen Ausbruch von ihrem Corona-Abwärtstrend (siehe beispielhaft den Chart von Visa).

3. Disney

Die Disney-Aktie ist ein weiterer Corona-gebeutelter Wert. Verständlich, da das Unternehmen sowohl seine Themenparks als auch die Kinos geschlossen wurden, sodass dem Unternehmen ein bedeutender Teil seiner Umsätze weggebrochen ist.

Gleichwohl besitzt das Micky Mouse-Unternehmen mit Disney, Marvel, Pixar, ESPN, Hulu und der neuen Disney+ Streaming-Plattform immense zeitlose Assets.

Aufgrund der Folgen der Corona-Beschränkungen sah sich das Unternehmen gezwungen die Dividendenzahlungen vorerst auszusetzen. Im letzten Quartal vor Corona wies das Unternehmen noch ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 20% bei einem Umsatz von $18 Mrd. aus.

Aktuell notiert die Aktie knapp 23% unter ihrem Vor-Corona-Hoch und bietet somit reichlich Aufholpotenzial. Die Aktie kann insbesondere für Langfristanleger interessant sein, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Aktie zum „falschen“ Preis historisch gesehen keine Outperformance geliefert hat. Gleichwohl hat diese „langweilige“ Aktie den Anlegern ein langsames, aber über die Jahre stetiges Wachstum geliefert (siehe folgende Abbildung).

Die Corona-Kursverluste könnten also geduldigen Anlegern, die auf solide Unternehmen setzen möchten, eine gute Einstiegschance bieten. Charttechnisch könnte mit weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen bald ein Ausbruch aus dem Abwärtstrend erfolgen (siehe folgende Abbildung).

4. Alphabet

Alphabet ist eine der wenigen global führenden Technologie-Aktien, die nach Corona ihr Allzeithoch noch nicht übertreffen konnte. Dies liegt wohl zum einen daran, dass Anleger einen Einbruch bei den Werbeeinnahmen befürchten (u. a. aufgrund der Reisebranche). Zum anderen hat der neue CEO Sundar Pichai ein Sparprogramm und in bestimmten Bereichen Corona-bedingte Einstellungsstopps angekündigt. In den letzten Jahren wies Alphabet stets ein zweistelliges Wachstum auf und zählt unter anderem im Wachstumstrend Cloud Computing zu den wichtigsten Playern.

Zu Alphabet hatte ich bereits zwei Aktienanalysen auf Seeking Alpha veröffentlicht, welche von Abonnenten unter den beiden folgenden Links eingesehen werden können:

Charttechnisch könnte bei Alphabet, analog zur Peer-Group, unmittelbar ein Ausbruch bevorstehen, sofern die Börse wohlgesonnen bleibt und keine weiteren bösen Überraschungen im Zusammenhang mit Corona folgen sollten (siehe folgende Abbildung).

5. Uber

Im Falle von Uber handelt es sich wohl um das riskanteste Papier unter den fünf aussichtsreichen Kandidaten. Gleichwohl ist Uber mittlerweile ein global Player mit einem Jahresumsatz von $14 Milliarden und einem Umsatzwachstum von 25% in 2019.

Während Uber in erster Linie als Fahrdienst bekannt ist, weitet das Unternehmen seine Dienstleistungen u. a. im Bereich Lieferdienste (Uber Eats) und Logistik weiter aus. Uber Eats erfreut sich insbesondere in Australien, Japan und den USA großer Beliebtheit.

Während die Nachfrage nach Personenbeförderung aufgrund von Corona logischerweise abnahm, wies Uber Eats ein überproportionales Wachstum auf. Gleichzeitig möchte Uber Eats mithilfe von Werbung ein weiteres Umsatzpotenzial ausschöpfen. Darüber hinaus forscht das Unternehmen in den Bereichen autonomes Fahren und Flugtaxis.

Obwohl Uber bereits ein Global Player ist, beginnt das Unternehmen beispielsweise in Ländern wie Deutschland gerade erst mit seiner Expansion.

Gleichzeitig wird die Uber-Software nun für das Management des öffentlichen Nahverkehrs in Kalifornien eingesetzt, wodurch sich eine neue, internationale, software-basierte Einnahmequelle für das Unternehmen erschließen könnte.

Laut CEO plante das Unternehmen dieses Jahr in die profitable Zone zu rutschen, bevor die Corona-Maßnahmen den Plänen des Unternehmens einen Strich durch die Rechnung machten.

Wer an die Zukunft des Unternehmens glaubt, hat also nun die Möglichkeit zu einem Discount von rund 30% zum Vor-Corona-Hoch einzusteigen, bevor die breite Masse das vermeintliche Potenzial hinter dem Unternehmen entdeckt.

Charttechnisch befindet sich die Aktie aktuell im Abwärtstrend, könnte aber mit Lockerung der Corona-Beschränkungen sowie aussichtsreichem Umsatzwachstum schnell den Gang nach vorne einlegen (siehe folgende Abbildung).

Dynamische Grüße,


Güner Soysal, 23.06.2020
Real Financial Dynamics

Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Kolumne dient nur der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Der Autor haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

Offenlegung von Interessenskonflikten: Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung direkt oder mittelbar Positionen in den im Artikel erwähnten WertpapierenDer Autor beabsichtigt nicht innerhalb von 36 Stunden nach Veröffentlichung direkt oder mittelbar Transaktionen in den erwähnten Wertpapieren zu tätigen.

Newsletter

Du möchtest keine Beiträge verpassen und über meine neuesten Investments zeitnah informiert werden? Dann melde dich jetzt zum kostenlosen Newsletter an und erhalte meine neuesten Beiträge, Analysen und Updates!


Du findest diesen Beitrag hilfreich? Dann teile ihn mit deinen Freunden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.