Börsengang – Vorteile

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Einführung

Der Börsengang bietet Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen. Im folgenden sollen die laut dem Deutschen Aktieninstitut wichtigsten Vorteile beschrieben werden. Diese sind:

  • die Wachstumsfinanzierung,
  • die Eigenkapitalstärkung,
  • die Steigerung des Bekanntheitsgrads,
  • die Vermögensdiversifikation und
  • die Regelung der Unternehmensnachfolge.

Wachstumsfinanzierung

Die Wachstumsfinanzierung gilt als eines der Hauptmotive des Börsengangs. Durch die Börsennotierung kann sich das Unternehmen das Wachstumskapital in Form von Eigenkapital beschaffen. Die Wachstumsfinanzierung kann durch Akquisition, z.B. Akquisition von Konkurrenten, und internem Wachstum, z.B. Ausbau des Vertriebsnetzes oder Erweiterungen von vorhandenen Produktionskapazitäten, erfolgen.

Im Falle der Akquisition hat das Unternehmen neben der Finanzierung aus Emissionserlösen auch die Möglichkeit, eigene Aktie als Akquisitionswährung einzusetzen, ohne die Liquidität des Unternehmens in Anspruch zu nehmen.

Eigenkapitalstärkung

Die Erhöhung der Eigenkapitalquote reduziert in wirtschaftlichen Krisenzeiten die Existenzbedrohung des Unternehmens. Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser ist ein Unternehmen gegen Gewinnausfälle und Liquiditätsengpässe gewappnet.

Ferner führt die Erhöhung der Eigenkapitalquote zu einer Verringerung des Verschuldungsgrads. Ein geringerer Verschuldungsgrad bedeutet mehr Flexibilität in der Unternehmensführung, eine höhere Unabhängigkeit von Fremdkapitalgebern sowie günstigeren Konditionen bei der Aufnahme von Fremdkapital.

Steigerung des Bekanntheitsgrads

Der Börsengang und die im Vorfeld des Börsengangs betriebenen Marketingaktivitäten führen zu einer Steigerung des Bekanntheitsgrads bei Abnehmern, Lieferanten und Wirtschaftsteilnehmern anderer Branchen. Das wiederum Auswirkungen auf Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. So kommt es nicht selten vor, dass Unternehmen innerhalb von wenigen Wochen nach dem Börsengang eine Reihe von Großaufträgen gewinnen.

Neben der Steigerung des Bekanntheitsgrads kann der Börsengang die Reputation des Unternehmens verbessern. Dies basiert auf den hohen Anforderungen des Börsenzulassungsverfahrens sowie den Publizitätspflichten in Verbindung mit der Börsennotierung. Zu den Publizitätspflichten zählen zum Beispiel die Veröffentlichung von Jahresabschlüssen, Zwischenberichten sowie Ad-hoc-Meldungen über Aktivitäten des Unternehmens. Die Gesamtheit dieser Faktoren schafft Transparenz, Vertrauen und Berechenbarkeit bei Stakeholdern.

Gleichzeitig hat die Steigerung des Bekanntheitsgrads und der Reputation positive Auswirkungen auf die Personalrekrutierung.

Vermögensdiversifikation 

Unternehmensgründer und mittelständische Familienunternehmen sind mit einem hohen Anteil ihres Privatvermögens an das Unternehmen gebunden. Ihre wirtschaftliche Entwicklung ist an den Erfolg der Gesellschaft gekoppelt. Gesellschafter können das Bedürfnis haben, sich aus der Abhängigkeit des Unternehmens zu lösen, ihr unternehmerisches Risiko zu reduzieren oder ihre Anteile gewinnbringend zu veräußern. Der Börsengang bietet in diesem Zusammenhang eine Erleichterung.

Durch den Börsengang können Altgesellschafter eine Vielzahl potentieller Investoren erreichen und ihre Anteile über die Börse zum Marktpreis veräußern. Gleichzeitig wird das unternehmerische Risiko auf die Gesamtheit der Aktionäre gestreut. Mit ihrem Umplatzierungserlös haben Altgesellschafter die Möglichkeit, Anteile anderer Unternehmen zu erwerben und ihr Vermögen zu diversifizieren.

Die Chance der Vermögensdiversifikation spielt insbesondere für Familienunternehmen eine bedeutsame Rolle.

Regelung der Unternehmensnachfolge

Kleine und mittelständische Unternehmen stehen des Öfteren vor der Herausforderung, geeignete Nachfolger für die Geschäftsführung zu finden. Die Problematik in Bezug auf die Nachfolgeregelung trifft insbesondere dann zu, wenn im Familienkreis keine geeigneten und willigen Nachfolger existieren. In Europa sind eine Vielzahl der Konkursanträge kleiner und mittlerer Unternehmen auf eine unzureichende und glücklose Nachfolgeregelung zurückzuführen.

Börsengesellschaften besitzen für die Rekrutierung von Führungskräften eine hohe Attraktivität, da sie im Vergleich zu anderen Rechtsformen einen größeren Handlungs- und Entscheidungsspielraum bieten. Das Aktiengesetz schreibt eine Trennung der Kompetenzen von Eigentümern und vom Management vor.

Ferner können durch den Einsatz von Kapitalmarktinstrumenten, wie z.B. Aktien oder Optionen, attraktive Vergütungsstrukturen für Führungskräfte entworfen werden. Dadurch kann eine vergleichsweise stärkere und längerfristigere Bindung des Führungspersonals erreicht werden.


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