#3: Qualcomm – warum ich trotz abschreckendem Namen nicht widerstehen konnte

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1. Ausgangssituation

Nachdem ich vor kurzem auf einem Startup-Event war, wo es unter anderem um das brandaktuelle Thema „Internet der Dinge“ (kurz: IoT) ging, wurde mir noch einmal bewusst, dass ich im boomenden Chipsektor absolut unterrepräsentiert bin und sich dies schleunigst ändern muss. Als Value Investor mit einem besonderen Augenmerk auf Dividendeneinnahmen war ich natürlich auf der Suche nach einem Unternehmen, welches in meinen Augen fundamental unterbewertet ist, Wettbewerbsvorteile und/oder Marktführerschaft in seinem Segment besitzt sowie eine nette Dividende ausschüttet. Nachdem ich mir mehrere Unternehmen aus dem Chipsektor näher angeschaut habe, habe ich mich für Qualcomm entschieden und in drei Tranchen Qualcomm-Aktien mit derselben Aktienanzahl gekauft:

  • erste Tranche: 46,99 EUR am 30.10.2017
  • zweite Tranche: 43,43 EUR (50,50 USD) am 31.10.2017
    wegen eines Gerüchts, dass Apple die Geschäftsbeziehung zu Qualcomm komplett beenden könnte, sank die Aktie um mehr als 7%. Meines Erachtens war dieses Gerücht absoluter non-sense, woraufhin ich nachgekauft habe. Diese einmalige Gelegenheit konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen. Die Gründe meines Nachkaufs werde ich im Laufe dieser Analyse erläutern.
  • dritte Tranche: 47,25 EUR (55 USD) am 02.11.2017
    ich hatte mir vorgenommen, meine Position unmittelbar nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts aufzustocken, unabhängig davon, ob die Aktie steigt oder fällt. (Un-)Glücklicherweise ist die Aktie nach dem Earnings Release aufgrund erfreulicher Quartalsergebnisse um ca. 10% hochgeschossen 🙂

Meine persönliche Dividendenrendite liegt bei 4,27%, was im Peer-Group-Vergleich und für den Technologiesektor im Allgemeinen sehr, sehr gut ist.

Gleichwohl kann ich euch versichern, dass bei Qualcomm nicht nur der Name auf den ersten Blick abschreckend ist, sondern auch die Kursentwicklung, wie man im folgenden Peer-Group-Vergleich sehr gut sehen kann:

 

Der 3-Jahres-Chart ist in der Tat herzzerreißend. Die Entwicklung des Qualcomm-Kurses hängt ca. 50% hinter dem des Dow Jones hinterher. Auch im Peer Group-Vergleich, bestehend aus Intel, Samsung und Texas Instruments wurde Qualcomm meilenweit abgehängt.

Ich denke, dass ich nicht daneben liege, wenn ich Qualcomm bei dieser Kursentwicklung als „Prügelknaben“ der Chipindustrie bezeichne. Aber wieso kommt jemand auf die Idee, bei so einer Kursentwicklung die Aktien eines Unternehmens zu kaufen? „Bei dem sind doch die Transistoren durchgebrannt!“ wirst du dir sicher gerade denken 🙂

Zum einen muss ich zugeben, dass der Chart der letzte Punkt ist, den ich in meinen Analysen und Investmententscheidungen berücksichtige. Oder wie Warren Buffett es zutreffend ausdrückt:

„Spiele werden von denen gewonnen, die sich auf das Spielfeld konzentrieren, nicht von jenen, die ihren Blick nur auf die Anzeigetafel richten.“

Zum anderen habt ihr ja auch über meine ersten beiden Investmentideen einen Einblick darüber bekommen, dass ich eher konträr investiere und am liebsten dann kaufe, wenn die Erwartungen am niedrigsten und der Pessimismus am größten sind.

Dann richten wir unseren Blick doch mal auf das Spielfeld und schauen uns das „big picture“ an.

2. Der Chip- bzw. Halbleitersektor

Mittlerweile sind in nahezu jedem elektronischen Gerät Chips enthalten, egal ob Fernseher, Smartphone, Tablet, Smartwatch, Auto, Kaffeemaschine oder Staubsauger. Doch es handelt sich nicht einfach nur um simple Chips. Die Technik ist mittlerweile so ausgereift, dass diese Geräte miteinander kommunizieren können und immer leistungsfähiger werden (Stichwort: „Internet der Dinge“). In meinen Augen stellt der Halbleitersektor fast schon einen Konsumgütermarkt dar, welcher in Zukunft, u. a. angetrieben durch Entwicklungen wie E-Mobilität, autonomes Fahren, Robotik, künstliche Intelligenz und Wearables, noch stärker wachsen wird. Bestätigt wird meine Annahme durch einen Artikel im Focus Money, wonach der globale Halbleitermarkt nach 1,5% im vergangenen Jahr in diesem Jahr um 16,8% auf mehr als 400 Milliarden Dollar wachsen wird. Der Anteil von Halbleitern in elektronischen Geräten soll auf einen Rekord von 28,1% steigen (Focus Money, Ausgabe Nr. 43/2017).

Zusätzlicher Boost kommt durch Schwellenländer wie China und Indien. Beispielsweise wurden 41,5% aller Halbleiter im Jahr 2015 in China verbaut (Focus Money, Ausgabe Nr. 34/2017).

Quelle: entnommen aus Focus Money, Ausgabe Nr. 43/2017

Sieht man sich das Umsatzwachstum in der Abbildung an, ist es nicht verwunderlich, dass Chiphersteller und deren Zulieferer (Waferhersteller, z. B. Siltronic) von Rekordergebnis zu Rekordergebnis eilen.

In der Abbildung ist auch erkennbar, dass nach Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 lediglich ein kleiner Knick zustande gekommen ist, aber im Jahr 2010 ein starker Anstieg verzeichnet wurde, wodurch meine These wiederum bestätigt wird.

(Es mag zwar aktuell etwas „abgespaced“ klingen, aber ich könnte mir vorstellen, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft auch Menschen Chips transplantieren lassen. Beispielsweise experimentiert Elon Musk bereits an Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns mithilfe der Vernetzung mit Computern zu steigern; hier)

3. Geschäftsmodell und Marktstellung

Qualcomm wurde 1985 in San Diego, im US-Bundesstaat Kalifornien gegründet und ist der global führende Chipentwickler im Bereich Mobilfunktechnologien u. a. GPS, 3G und 4G/LTE. Die Betonung liegt hierbei auf Entwickler, da Qualcomm im Gegensatz zu üblichen Chipherstellern, wie z. B. Intel und Samsung, (noch) keine eigenen Produktionsstätten besitzt und seine Chips durch Auftragsfertiger, wie z. B. Taiwan Semiconductors, herstellen lässt oder Lizenzen zur Produktion und zum Einsatz seiner Technologien, z. B. in Smartphones und Tablets, zur Verfügung stellt (engl. „fabless production model“).

Als Zeichen seiner Technologieführerschaft sind Unternehmen, die in den oben genannten Mobilfunkbereichen Chips entwickeln, herstellen oder in ihren Geräten einsetzen, laut eigenen Angaben dazu angehalten, eine Patentlizenz von Qualcomm zu erwerben. So ist es nicht verwunderlich, dass global führende Technologieunternehmen und Smartphone-Hersteller wie Apple, Microsoft, Samsung, Huawei, LG, Oppo, Sony und Xiaomi zum Kundenkreis von Qualcomm gehören. Qualcomm spricht in seinem Geschäftsbericht 2016 von über 210 Unternehmen, die Qualcomm-Technologien in ihren Produkten einsetzen und Lizenzgebühren an Qualcomm entrichten müssen.

Qualcomms Snapdragon LTE-Modem; Quelle: www.Qualcomm.de

Hinzu kommt, dass Qualcomm mit seinem sog. Snapdragon-LTE-Modem allgemein anerkannt die leistungsfähigsten Chips im LTE-Bereich zur Verfügung stellt. Ein Versuch von Apple im Rahmen der iPhone 7-Produktion, die Qualcomm-Chips durch Intel-Chips auszutauschen, um seine Abhängigkeit von Qualcomm zu lösen, hatte bei zahlreichen iPhones Performance-Probleme zur Folge (hier).

Um diese Performance-Probeme in seiner neuen, LTE-fähigen Apple Watch Series 3 zu vermeiden, vertraut Apple voll und ganz auf die Snapdragon-Chips von Qualcomm (hier).

4. Umsatz- und Gewinnentwicklung

Das Geschäft von Qualcomm setzt sich aus den beiden Segmenten QCT (Qualcomm CDMA Technologies) und QTL (Qualcomm Technology Licensing) zusammen. Der Großteil der Umsätze stammt aus dem Verkauf von Mobilfunkchips (QCT). Der Großteil der Gewinne wird mit dem margenstärkeren Geschäft mit Patenten für 3G und 4G/LTE-Lizenzen (QTL) generiert.

Die Einnahmen aus dem QTL-Geschäft machen je nach Quelle rund 3-7% des Großhandelspreis eines Smartphones aus, das weltweit verkauft wird.

Berücksichtigt man die steigende Zahl der globalen Mobilfunkgeräte und die zusätzlich steigenden Preise, kann man sich ausmalen, wie sich die Einnahmen von Qualcomm entwickeln werden, das an nahezu jedem weltweit verkauften Smartphone mitverdient.

Gegenwind bekommt Qualcomm zum einen durch verschiedene, seit 2014 laufende Gerichtsprozesse, wonach Qualcomm seine Monopolstellung für überhöhte Preise missbraucht haben soll. Hier laufen aktuell zahlreiche Verfahren mit Apple und dessen Zulieferern, die bis zur Beendigung der Prozesse ihre Lizenzzahlungen eingestellt haben. Im Quartalsbericht für das 3. Geschäftsquartal 2017 schreibt Qualcomm, dass ein weiterer Lizenznehmer aktuell die Zahlungen verweigert. Gerüchten zufolge soll es sich dabei um Huawei handeln. Zusätzlich sind aufgrund von zwei Gerichtsbeschlüssen Strafzahlungen in Höhe von zwei Milliarden USD im letzten Quartal fällig geworden.

Zum anderen ist auch Qualcomm vom massiven Wettbewerb im Chipmarkt nicht verschont geblieben, da immer mehr Chiphersteller und -entwickler auf den wachsenden Chipmarkt und Zukunftstrends aufmerksam werden.

All diese Faktoren haben zur Folge, dass die Umsätze und Gewinne von Qualcomm in den vergangenen drei Jahren gesunken sind, sodass auch der Aktienkurs, aus Angst vor weiteren Rückgängen, massiv unter Druck geraten ist (siehe folgende Abbildung).

Umsatz- und Gewinnentwicklung in den Segmenten QCT und QTL in den Geschäftsjahren 2014-2016

 

Gleichwohl konnte Qualcomm im Zeitraum von 2012-2016 seinen Umsatz um 23% steigen, wohingegen die Umsätze von Intel, dem weltgrößten Chiphersteller, lediglich um 11% und von Samsung, dem zweitgrößten Chiphersteller, um 13% gestiegen sind.

Erwähnenswert in Bezug auf den Umsatz ist, dass in den Jahren 2016, 2015 und 2014 jeweils 40%, 45% und 49% der Umsätze von Samsung- und Apple-Geräten stammen.

Ferner machten aus geografischer Sicht China, Südkorea und Taiwan jeweils 57%, 17% und 12% im Jahr 2016 nach 53%, 16% und 13% im Jahr 2015 der Umsätze aus. Der chinesische Umsatzanteil ist somit innerhalb eines Jahres um 4% gestiegen. Tendenz steigend.

Ein weiterer interessanter Fakt ist, dass Qualcomms Gewinne im 5-Jahres-Zeitraum um 6,6% gesunken und im 1-Jahresvergleich um 8% gestiegen sind. Im Vergleich dazu sind die Gewinne von Intel sowohl im 5-Jahres- (-7%) als auch im 1-Jahres-Zeitraum ( -9%) gesunken.

5. Profitabilität und Finanzkraft

In Bezug auf die Profitabilität lässt sich sagen, dass Qualcomm mit einer operativen Marge von 30% und einer Nettomarge von 24% deutlich profitabler als Intel arbeitet. Intel hat aktuell eine operative Marge von 22% und eine Nettomarge von 17%. Die Bruttomarge beträgt bei beiden Unternehmen 60%.

Kosten und Bruttomarge in den Geschäftsjahren 2014-2016

 

Beeindruckend finde ich bei Qualcomm, dass sich seit 2012 die Bruttomarge (60%), die Forschungs- und Entwicklungsausgaben (22%) sowie die Verwaltungskosten (10%), trotz der Patentstreitigkeiten und des erhöhten Wettbewerbs sehr konstant gehalten haben. Die Bruttomarge konnte sogar seit 2012 um 3% erhöht werden. Dies is meines Erachtens ein Ausdruck der Profitabilität, der Kosteneffizienz sowie des Wettbewerbsvorteils.

Verwaltungs- und Forschungsausgaben in den Geschäftsjahren 2014-2016

 

Die Eigenkapitalquote ist von 80% in 2014 auf 60% in 2016 gesunken, aufgrund der zuvor genannten Gründe und einer geplanten Übernahme von NXP und einer damit in Verbindung stehenden Fremdkapitalaufnahme. Allerdings ist dieser Wert im Peer-Group-Vergleich bestehend aus Intel (60%) und Samsung (70%) immer noch ein sehr guter Wert.

Die Cash-Position zum 3. Geschäftsquartal per 25. Juni 2017 betrug USD 38 Milliarden, was ca. 48% des aktuellen Börsenwerts in Höhe von USD 80 Milliarden entspricht, bei kurzfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von USD 2,5 Milliarden sowie langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 19,4 Milliarden. Ich finde dieses Verhältnis top!

Ferner ist Qualcomm laut Bloomberg mit USD 27 Milliarden eines der Top 10 US-Unternehmen, die die größten Cash-Positionen im Ausland halten und von Trump’s Repatriation Tax Break profitieren würden, um ihr Geld in die USA zu holen. Dieses könnte dann für Aktienrückkäufe, Dividendenzahlungen oder Investitionen eingesetzt werden (hier).

6. Dividendenentwicklung

Qualcomm zahlt seit 2003 eine Dividende. Die Dividende hat sich innerhalb der letzten fünf Jahre von 0,92 USD auf 2,20 USD erhöht. Dies entspricht einer Steigerung von 139% bzw. einer jährlichen Dividendenerhöhung von sage und schreibe 19%!

Aktuell zahlt Qualcomm eine Quartalsdividende von 0,57 USD je Aktie. Die Dividendenrendite beträgt bei dem aktuellen Kurs von 46,99 EUR bei ca. 4%.

Die folgende Abbildung veranschaulicht die Dividendenentwicklung im Zeitraum 2003-2017:

Dividendenentwicklung Qualcomm 2003-2017; Quelle: www.wallstreet-online.de 

 

Der Gewinn je Aktie soll für das aktuelle Geschäftsjahr laut aktuellen Schätzungen bei 2,61 USD liegen. Daraus ergibt sich auf das Jahr hochgerechnet eine Payout-Ratio in Höhe von 83%. Dies wirkt recht hoch, ist aber der bereits geschilderten Sondersituation geschuldet. Gleichwohl hat Qualcomm meines Erachtens ausreichend Liquidität und kurzfristig angelegte Mittel (USD 38 Milliarden per 25. Juni 2017) sowie Cashflow, um die Dividende weiterhin problemlos zu decken. Hinzu kommt die hohe Eigenkapitalquote, welche im Extremfall die Möglichkeit einer problemlosen Fremdkapitalaufnahme ermöglichen würde, wovon ich aber nicht ausgehe.

Um zusätzlichen Shareholder Value zu generieren, hat Qualcomm am 21. Mai 2015 ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von insgesamt 5 Mrd. USD aufgelegt. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres wurden über eine Milliarde USD für Aktienrückkäufe (Vorjahr: 3,7 Mrd USD) und USD 2,4 Milliarden für Dividenden (Vorjahr: USD 2,2 Mrd) ausgegeben.

7. Management

Der CEO, Steve Mollenkopf, ist seit 1994 im Unternehmen, hat als Engineer angefangen und sich über verschiedene Führungspositionen hochgearbeitet, sodass er im Jahr 2014 das Amt als CEO antrat.

Die Vorstandsmitglieder sind größtenteils seit den 90er-Jahren bei Qualcomm beschäftigt und kennen das Unternehmen in- und auswendig. Gleichwohl könnte aufgrund dieser Tatsache fehlende Dynamik oder Innovationskraft unterstellt werden. Wenn aber die Technologieführerschaft in der Mobilfunkbranche sowie die Vorreiterrolle bei der 5G-Technologie berücksichtigt wird, lässt dies eher auf Kontinuität und Fortschritt schließen.

Das Einzige, was man dem Vorstand meines Erachtens ankreiden kann, ist, dass er einen besseren Umgang im Rechtsstreit um die Lizenzgebühren gepflegt, eine Einigung erreicht und mit den Kunden kooperiert hätte. Gleichwohl hätte sich auf diese Weise nicht die Gelegenheit ergeben, ein Unternehmen wie Qualcomm zum derzeitigen Kurs zu kaufen. Wie heißt es so schön: des einen Leid ist des anderen Freud 🙂

8. Zukunftsfähigkeit und Wachstumsaussichten

Meines Erachtens gibt es – neben den bereits hervorgehobenen Wettbewerbsvorteilen – drei weitere entscheidende Treiber für die Zukunftsfähigkeit und die Wachstumsaussichten von Qualcomm:

  • die Vorreiterrolle in der 5G-Technologie,
  • die Übernahme des niederländischen Chipherstellers NXP und
  • die zunehmende Verbreitung von Mobilfunktechnologien in Schwellenländern

Vorreiterrolle in der 5G-Technologie

„Alles, was wir erfunden und alles, was wir transformiert haben sowie jedes Hindernis, das wir überwunden haben, wird zum Fundament der grenzenlosen Möglichkeiten, die 5G bieten wird. Während andere über 5G sprechen, haben wir 5G erschaffen.“ Steve Mollenkopf, CEO von Qualcomm

Wie das oben genannte Zitat vom CEO Steve Mollenkopf ausdrückt, ist Qualcomm bei der Entwicklung der 5G-Technologie ebenfalls Vorreiter. Der kommerzielle Einsatz der 5G-Technologie soll in der ersten Jahreshälfte 2019 beginnen. 5G ist dabei eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg zum Zeitalter des „Internet der Dinge“, wie z. B. dem Autonomen Fahren, der Vernetzung der Industrie und der zunehmenden Digitalisierung der Lebensbereiche. Gleichzeitig wird 5G zur Verbreitung vom Ultra-High Definition (4K) Video Streaming und Virtual Reality beitragen. Es ist sicher nachvollziehbar, was für ein immenses Potenzial hinter der 5G-Technologie und Qualcomm als Entwickler und Nutznießer dieser Technologie steckt.

Am 17. Oktober 2017 verkündete Qualcomm bereits über seine Homepage, dass es gemeinsam mit China Mobile die erste 5G-Datenverbindung mithilfe eines Modems aus der Snapdragon-Familie hergestellt hat (hier).

Übernahme des niederländischen Chipherstellers NXP

Qualcomm hat bekannt gegeben, dass mit dem Vorstand von NXP Semiconductors N. V. eine Einigung über die Übernahme des niederländischen Chipherstellers getroffen wurde. Qualcomm bietet den NXP-Aktionären USD 110 pro Aktie. Die Übernahme würde Qualcomm somit USD 38 Milliarden kosten.

NXP, einer der größten europäischen Chiphersteller, ist mit einem Marktanteil von über 14% als die Nr. 1 noch vor dem deutschen Dax-Konzern Infineon führend bei Chips für die Autoindustrie und bietet etwa Produkte für vernetzte und selbstfahrende Autos sowie Sicherheitssysteme (nachzulesen in Focus Money, Ausgabe Nr. 34/2017).

Marktanteile der Chiphersteller im Bereich Automotive; Quelle: www.statista.de

Marktanteile der Chiphersteller im Bereich Automotive; Quelle: www.statista.de

 

Ferner gilt die Mifare-Smartcard-Technologie von NXP als eine der weltweit am meisten genutzte Kontaktlostechnik für Chipkarten. Nach eigenen Angaben hat NXP bereits über 10 Milliarden Karten und über 150 Millionen Kartenleser verkauft. In Bezug auf die Marktanteile Im Bereich Chipkarten rangiert NXP hinter Infineon, aber noch vor Samsung auf dem zweiten Platz (nachzulesen in Focus Money, Ausgabe Nr. 34/2017).

Der Zusammenschluss von Qualcomm und NXP würde einen jährlichen Umsatz von mehr als USD 30 Milliarden erreichen und eine Führungsposition in Märkten wie dem Mobilfunk, Internet der Dinge, Sicherheitslösungen, Networking und der Automobilindustrie. Das Gesamtvolumen dieser Märkte soll bis zum Jahr 2020 USD 138 Milliarden betragen und bietet somit reichlich Wachstumspotenzial (hier).

Hinzu kommt, dass Qualcomm durch die NXP-Übernahme eine stärkere Diversifikation seiner Einnahmequellen erreichen, seine Abhängigkeit vom Smartphone-Geschäft lösen und sogar eigene Produktionsstätten besitzen wird. Dadurch ist Qualcomm unabhängiger von einzelnen Sektoren und kann durch Eigenproduktion Synergieeffekte erzielen und seine Kosten senken, sodass unter Umständen eine höhere Marge im QCT-Geschäft erreicht wird. Auf diese Weise haben die Gewinne nochmals Wachstumspotenzial.

Ein weiterer entscheidender Wettbewerbsvorteil der NXP-Übernahme wäre, dass Qualcomm seine Technologien und somit seinen Wettbewerbsvorteil besser schützen könnte, da die Auftragsfertiger wegfallen und die Chips in eigenen Produktionsanlagen hergestellt werden könnten.

Die Regulierungsbehörde der europäischen Kommission untersucht derzeit die Übernahme. Sie will ausschließen, dass das Geschäft den Wettbewerb verzerrt und beispielsweise Qualcomms Lizenzierungsmodelle zu höheren Preisen, dem Ausschluss von Wettbewerbsprodukten und geringerer Innovation in der Halbleiterindustrie führt. Es wird erwartet, dass die Übernahmen bis Anfang 2018 abgeschlossen sein wird.

Zunehmende Verbreitung von Mobilfunktechnologien in Schwellenländern

Die Nachfrage nach 3G und 4G/LTE wächst insbesondere in Schwellenländern wie China und Indien. In Indien ist Qualcomm eine Kooperation mit Reliance Industries Limited eingegangen, dem wertvollsten indischen Konzern nach Marktkapitalisierung. Mukesh Ambani, der CEO von Reliance Industries Limited, hat es sich zum Ziel gesetzt, Indien flächendeckend mit Mobilfunk zu versorgen. Hierfür hat er im Jahr 2016 den Telekomkonzern „Jio“ aus dem Boden gestampft und innerhalb von zehn Monaten über 100 Millionen Kunden akquiriert. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll der Kundenstamm auf 250-300 Millionen Kunden anwachsen (hier und hier).

Das heißt, dass neben China auch in Indien immer mehr Menschen zum Smartphone greifen werden. Und wer hatten wir gesagt verdient an fast jedem Smartphone, das weltweit produziert und verkauft wird? Richtig, Qualcomm! 🙂

Hinzu kommt, dass das hauseigene „Jio Phone„, welches im September 2017 auf den Markt gebracht wurde und ein erschwingliches Smartphone für die indische Bevölkerung darstellen soll, mit der 4G-Technologie von Qualcomm ausgestattet ist, sodass dieses seine Wirkung auf die Qualcomm-Umsätze in den kommenden Quartalen entfalten sollte.

In Indien leben insgesamt 1,3 Milliarden Menschen. Angenommen man würde nur die Hälfte der indischen Bevölkerung mit Smartphones ausstatten und Qualcomm würde an jedem Gerät die Untergrenze von 3% vom Verkaufspreis verdienen bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von USD 300 pro Gerät, dann wäre dies ein zusätzlicher Umsatz von USD 5,85 Milliarden für Qualcomm. Dies wiederum würde einen Umsatzanstieg von 25% auf Basis des 2016er-Umsatzes bedeuten. Dieses Beispiel bezieht sich nur auf Smartphones. Nicht berücksichtigt ist in dieser Kalkulation, dass auch zunehmend Tablets, Smartwatches etc. mit LTE-Modems ausgestattet werden. Der Preis von USD 300 ist sehr realistisch, sogar relativ niedrig angesetzt, da zum Beispiel Apple in Indien refurbished iPhones zu diesem Preis anbietet (hier).

Mukesh Ambani ist zugleich der erste nicht-amerikanische Staatsbürger, welcher in den Vorstand von Bank of America einberufen wurde. Außerdem hat er mehrere Auszeichnungen erhalten und wurde u. a. vom Harvard Business Review als fünftbester CEO der Welt gekürt. Drei mal dürft ihr raten, welche Aktien ich als nächstes gekauft habe? Richtig! 🙂

Auch auf dem chinesischen Smartphone-Markt, dem größten der Welt, ist Qualcomm stark vertreten. Die Anbieter Huawei, Oppo und Vivo, die sich in China ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Marktanteilen von jeweils 19%, 18% und 17% liefern, dicht gefolgt von Xiaomi und Apple, sind allesamt Qualcomm-Kunden (hier).

All diese Faktoren stellen die Technologieführerschaft und den „Burggraben“ Qualcomms im gegenwärtigen Markt dar und zeigen gleichzeitig auf, welche Rolle es in der zukünftigen, zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt vorraussichtlich einnehmen wird.

9. Risiken

Natürlich müssen wir auch die Risiken eines Investments abwägen und wollen nicht durch eine rosarote Brille schauen.

Risiken bestehen meines Erachtens dahingehend, dass die Chip- und Technologieindustrie laut Expertenmeinungen sehr konjunkturanfällig ist. Da Technologieunternehmen generell höher als andere Branchen bewertet sind, ergibt sich hierdurch ein höheres Rückschlagspotenzial. Gleichwohl sehe ich diese Risiken im Falle von Qualcomm als gering an, da der Kurs bereits sehr stark heruntergeprügelt wurde und gleichzeitig dessen Mobilfunkchips aufgrund ihrer Performance unverzichtbar sind.

Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich die Übernahme des niederländischen Chipherstellers NXP schwieriger gestaltet. Zum einen könnten die europäischen Regulierungsbehörden aus kartellrechtlichen Gründen die NXP-Übernahme platzen lassen. Zum anderen könnten aktivistische Investoren von NXP, wie zum Beispiel Elliot Management von Paul Singer, die Annahme der Übernahmeofferte hinauszögern, um ein höheres Angebot herauszufordern, was wiederum die Kosten für die Übernahme erhöhen würde (hier).

Ein weiteres Risiko besteht in Preiserhöhungen für Siliziumwafer aufgrund der erhöhten Nachfrage. Siliziumwafer stellen die Vorprodukte für die Herstellung von Halbleitern dar. Laut einem Analysten von Credit Suisse könnten die Preise für Siliziumwafer vom ohnehin hohen Niveau aus noch um weitere 35% steigen (hier). Dies hätte unter Umständen zur Folge, dass die Margen von Qualcomm und anderen Chipherstellern bzw. -entwicklern sinken.

Ferner existiert ein starker Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck in der Chipbranche, sodass der globale Halbleitermarkt hart umkämpft ist. Dies macht sich durch sinkende Chip-Preise, steigende Investitionsausgaben und Übernahmewellen bemerkbar. Beispielsweise hat Samsung angekündigt, seine Investitionen zu verdoppeln, um vom boomenden Chipsektor noch stärker zu profitieren und die Konkurrenz abzuschütteln (hier).

Den größten Gegenwind für Qualcomm wird es meines Erachtens durch den Streit mit Apple und den ausstehenden Lizenzgebühren geben, wodurch Qualcomm erhebliche Umsatz- und Gewinnrückgänge verzeichnet. Je länger dieses Verfahren dauert, umso mehr ist Qualcomm auf alternative Einnahmequellen angewiesen. Nichtsdestotrotz sollte Qualcomm aufgrund seiner Kapitalstärke und der geplanten NXP-Übernahme langfristig gut aufgestellt sein.

10. Kursentwicklung

Im 5-Jahres-Zeitraum hat die Qualcomm-Aktie eine Performance von gerade einmal +3,5% realisiert und im 3-Jahres- und 1-Jahres-Zeitraum um -21% bzw. -26%. Das 5-Jahres-Tief der Qualcomm-Aktie liegt bei USD 42,96 und das Hoch bei USD 81,60.

Im Gegensatz dazu hat sich die Intel-Aktie im 5-Jahres-Zeitraum mehr als verdoppelt (+125%). Auch im 3- und 1-Jahres-Vergleich schnitt die Intel-Aktie deutlich besser ab mit +47% bzw. +20%.

Im nachfolgenden Chart sind sehr schön die Tiefpunkte bzw. die Widerstände für die vergangenen drei Jahre zu erkennen (siehe rote Markierungen).

 

In der nachfolgenden Abbildung sieht man den historischen Qualcomm-Chart. Wie an der Schnur gezogen lässt sich der über die Jahrzehnte intakte Aufwärtstrend mit seinen Höhen und Tiefen erkennen (s. rote Gerade). Sein Peak hatte Qualcomm während der „Dotcom-Blase“. Kurz nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ begann das Unternehmen im Jahr 2003 mit den Dividendenzahlungen. Meine Vorstellungskraft erlaubt es mir nicht, mir vorzustellen, wieviel Rendite die Investoren, die während der Blase verkauft und dann zu günstigen Kursen eingestiegen sind, bis heute realisiert haben müssen. An diesem Chart lässt sich wieder sehr gut erkennen, welchen positiven Effekt günstige Einkaufs- und Nachkaufkurse auf den Vermögensaufbau haben können.

Quelle: www.onvista.de

Quelle: www.onvista.de

11. Fazit

„Der Preis ist das, was du zahlst – der Wert das, was du bekommst.“ W. Buffett

Wie bereits eingangs erwähnt, hinkt der Aktienkurs im 3-Jahres-Chart ca. 50% hinter der Wertentwicklung des Dow Jones hinterher. Das KGV für 2017 wird auf 14,37 geschätzt und ist im Vergleich zum KGV von Intel mit 14,77 minimal geringer.

Ich gehe davon aus, dass sobald die Lizenzzahlungen von Apple und dessen Zulieferern wieder erfolgen, der Umsatz mindestens das Niveau von 2014 in Höhe von rund USD 26 Milliarden erreichen wird. Unter der Annahme, dass die Nettomarge 25% beträgt (ungefähr der Durchschnitt der letzten 10 Jahre) würde sich der Gewinn je Aktie, ausgehend vom 2016er Gewinn, um USD 0,50 auf insgesamt 4,31 USD je Aktie erhöhen (2016er Gewinn je Aktie USD 3,81 je Aktie + Gewinnerhöhung je Aktie um USD 0,50). Demnach würde das KGV, ausgehend vom aktuellen Kurs USD 54, auf unter 12,7 sinken. Dies ist in meinen Augen für ein Unternehmen mit einer derartigen Marktstellung, Profitabilität und Wachstumsaussichten unfassbar günstig. Schließlich liegt die Kunst darin, Qualitätsunternehmen zu einem günstigen Preis zu kaufen. Sollte meine Annahme eintreffen, hätte der Kurs immenses Aufholpotenzial und sollte die Lücke zum Dow Jones schließen.

Nimmt man ein faires KGV von 15 an, dann könnte die Aktie folglich um 18% steigen. Ausgehend vom Schlusskurs am 30.10.2017 USD 54,66 würde dies ein Kursziel von USD 64,50 bedeuten. Das Durchschnitts-KGV von Qualcomm für den Zeitraum 2012-2016 liegt sogar etwas höher bei 16,88. Da an der Börse 2+2=5-1 sind, wie Großmeister André Kostolany es auszudrücken pflegte, kann der Kurs sogar noch weitaus höher steigen, bevor er seinen fairen Wert findet.

KGV-Entwicklung Qualcomm 2012-2016; Quelle: www.wallstreet-online.de

KGV-Entwicklung Qualcomm 2012-2016; Quelle: www.wallstreet-online.de

 

Basierend auf den Wettbewerbsvorteilen, den Zukunfts- und Wachstumsaussichten, dem Shareholder-Value in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen sowie dem aktuellen Rendite-Risiko-Verhältnis, sehe ich im Kauf von Qualcomm-Aktien eine historisch günstige Gelegenheit und bin überglücklich, diese Gelegenheit erkannt und genutzt zu haben.

Dynamische Grüße,

Güner Soysal, 02.11.2017
Founder & CEO, Investment Analyst (M.A.)

Investor update, 03.11.2017: na, das ging aber schnell 🙂 scheinbar bin ich nicht der Einzige, der die Gunst der Stunde nutzen und Qualcomm kaufen möchte. Heute kamen News, wonach Broadcom an einer Übernahme von Qualcomm interessiert ist und USD 70 pro Aktie bietet in Form von Cash und Aktien – unabhängig davon, ob die Übernahme von NXP durch Qualcomm klappt. Dieser Deal hätte somit ein Volumen von ca. USD 103 Milliarden (hier). In Folge dessen sprang die Aktie im Tagesverlauf von ca. USD 55 auf bis zu USD 68,91 am 24.11.2017. Dies entspricht einem Kursgewinn von 26% innerhalb weniger Tage. Das Qualcomm-Management hat nach Rücksprache mit Großaktionären das Angebot als zu niedrig befunden und abgelehnt (hier). Es gibt Gerüchte, wonach Broadcom sein Angebot nochmals erhöhen wird und auch zu einer feindlichen Übernahme entschlossen ist (hier).  

Wie ich mich bei dieser Übernahmeschlacht taktisch aufstelle? Dies werde ich dir in einer meiner nächsten Analysen näher beschreiben, sei gespannt und trag Dich am besten im Newsletter ein, damit Du keinen Artikel verpasst!

Investor update 16.01.2018: Qualcomm hat in einem Shareholder Letter bekannt gegeben, dass der Gewinn für das Jahr 2019 fast doppelt so hoch ausfallen wird als von Analysten geschätzt. Laut Qualcomm wird der Gewinn pro Aktie bei USD 6,75-7,50 liegen. Der Analystenkonsens liegt aktuell bei USD 3,79. Der Umsatz bei USD 35-37 Mrd. liegen. Ferner plant Qualcomm Kosteneinsparungen in Höhe von USD 1 Mrd., Aktienrückkäufe in großem Umfang, die Beilegung des Lizenzstreits mit Apple sowie die zeitnahe Übernahme von NXP. Infolgedessen ist der Aktienkurs prompt um 4% gestiegen.
Fazit: Qualcomm hat aktuell ein KGV von rund 18. Nehmen wir nun eine Verdopplung des Gewinns und infolgedessen eine Halbierung des KGV auf 9 an. Nehmen wir ferner an, dass der faire Wert der 
Aktie bei einem KGV von 15 liegt (ungefähr der historische Durchschnitt von US-Aktien), dann hat die Aktie ein Potenzial von rund 40% (15-9=6; 6/15= 0,4 ->40%). Ausgehend vom aktuellen Kurs USD 68 würde sich bei einem Anstieg der Aktie um 40% ein Kursziel von USD 95 ergeben. Dieser Kurs ist gar nicht so unrealistisch, da Großaktionäre laut Gerüchten einen Betrag von USD 100 für die Andienung ihrer Aktien an Broadcom fordern. Unter der Berücksichtigung eines Sicherheitspuffers von 10-15% hat die Aktie immer noch Potenzial bis 80-85 USD. Dieses Kursziel deckt sich übrigens mit einer Reihe von heute veröffentlichten Kurszielen verschiedene Analysten und Investmenthäuser (z. B. hier und hier). Hinzu kommt noch die üppige und nachhaltige Dividendenrendite. Alles in allem ein tolles Investment, worauf ich persönlich sehr stolz bin, es entdeckt zu haben! 

Investor update 18.01.2018: Die EU Kommission hat heute die Übernahme von NXP unter Auflagen genehmigt. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der Chinesen. Es bleibt auf jeden Fall spannend!

Investor update 24.02.2018: Qualcomm ist spätestens jetzt auch in den Bereichen Virtual Reality und Augmented Reality dabei, die immenses Potenzial bieten und einen riesigen Zukunftmarkt darstellen. Qualcomm’s neuer und leistungsstärkster Chip „Snapdragon 845“, welcher im Dezember 2017 enthüllt wurde, kann neben Smartphones auch in VR/AR-Headsets eingesetzt werden. (Die ersten Abnehmer der Chips im Smartphone-Bereich werden Samsung und Xiaomi sein (hier).) Hierfür hat Qualcomm ein Referenz-Headset entwickelt, welches voraussichtlich während des bevorstehenden Mobile World Congress, der vom 26. Februar bis zum 01. März 2018 in Barcelona stattfindet, vorgestellt wird (hier). Die ersten Abnehmer im Bereich AR/VR-Headsets sollen Oculus (Facebook) und HTC sein, die gleichzeitig zu den größten Anbietern in diesem Bereich zählen (hier). Somit ist Qualcomm neben 5G und Internet der Dinge auch auf den Zukunftsmärkten Virtual Reality und Augmented Reality vertreten. 

Investor update 08.03.2018: Qualcomm hat heute bekanntgegeben, dass die Quartalsdividende von $0,57 um 9% auf $0,62 erhöht wird. Die Dividendenerhöhung ist für Dividendenzahlungen ab dem 21. März 2018 wirksam. Auf das Jahr hochgerechnet ergibt sich somit eine Dividende in Höhe von $2,48. Somit liegt meine persönliche Dividendenrendite bei 4,65% p. a. (Pressemitteilung).

Investor update vom 09.03.2018: Qualcomm macht große Fortschritte bei der geplanten Übernahme von NXP. Neben dem Hedgefonds Elliott haben weitere NXP-Großaktionäre, die zusammen mehr als 28% der ausstehenden NXP-Aktien halten, bekanntgegeben, dasvon $110 auf $127 gesteigerte Angebot von Qualcomm zu akzeptieren. Die Übernahme sollte also in Kürze vonstatten gehen, sobald die noch fehlende Zustimmung der chinesischen Wettbewerbshüter erfolgt (hier geht es zum entsprechenden Bericht von CNBC).

Investor update vom 09.03.2018: Laut einem Bericht des Wallstreet Journal könnte Broadcom, das Qualcomm übernehmen möchte, selbst ein Übernahmeziel werden. Interessent ist niemand weniger als Intel. Intel sieht durch eine Fusion von Qualcomm und Broadcom seine Wettbewerbsposition gefährdet, sodass verschiedene Optionen – inklusive ein Angebot an Broadcom selbst – im Raum stünden. Die Broadcom-Aktie schoss am Freitag aufgrund dieses Gerüchts nachbörslich um 6% hoch. Es bleibt also weiterhin spannend im Übernahmekarusell (hier geht es um WSJ Artikel).

Investor Update vom 17.03.2018: US-Präsident Trump hat der vermeintlichen Übernahme durch Broadcom aufgrund von nationalen Sicherheitsbedenken einen Strich durch die Rechnung gezogen. Qualcomm stellt u. a. Technologien für das US-Verteidigungsministerium zur Verfügung. Außerdem hat man wohl im Weißen Haus Bedenken aufgrund der Übernahme durch Broadcom, wo angeblich im Hintergrund die Chinesen die Fäden ziehen, im Bereich von 5G ins Hintertreffen zu geraten. Nun kamen aber neue Gerüchte auf, wonach der ehemalige Qualcomm-Chef und Gründer-Sohn Paul Jacobs versuchen würde, Investoren für eine Übernahme zu gewinnen (hier). Aus Aktionärssicht bestätigt das Veto des US-Präsidenten, welch bedeutende Marktpositionierung Qualcomm besitzt. Jetzt ist das Management gefragt, diese Werte zu heben und einen angemessenen Shareholder-Value zu schaffen.

Investor update vom 17.04.2018: Qualcomm hat heute bekanntgegeben, dass die quartärliche Dividende von USD 0,57 auf USD 0,62 je Aktie erhöht wird. Dies entspricht einem Dividendenwachstum von 9%. Die Dividendenerhöhung wird erstmalig mit der Dividendenausschüttung am 20. Juni 2018 für Aktionäre mit Stichtag 30. Mai 2018 wirksam (hier). 

Sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr für Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit. Die Kolumne dient nur der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Wertpapiere dar. Der Autor haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden.

Offenlegung von Interessenskonflikten: Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung direkt oder mittelbar Positionen in den erwähnten Wertpapieren: Qualcomm, Apple. Der Autor beabsichtigt, innerhalb von 36 Stunden nach Veröffentlichung direkt oder mittelbar Transaktionen in den erwähnten Wertpapieren zu tätigen.

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